Wie kaum ein anderer hat sich Ernie Loosen in letzten zwanzig Jahren um den Riesling und die Qualität des deutschen Weines verdient gemacht. Dabei war damals, als er Ende der 1980er Jahre den Familienbetrieb in Bernkastel erbte, alles ganz anders...
Alles begann, als Ernie 1988 das über 200 Jahre alte (zuletzt als Hobby betriebene) Weingut übernahm. Im ersten Jahr wusste er noch nicht einmal, welche Reben ihm gehörten. Er wartete, bis alle Nachbarn gelesen hatten und erntete dann die übrig gelassenen! Und entdeckte so einen echten Schatz: inmitten der Weinberge standen uralte, noch wurzelechte Rebstöcke, die andere längst durch ertragreichere Neu-pflanzungen ersetzt hatte. Wie aber sollte der neue Loosen-Wein schmecken? Ernie machte sich auf die Suche, studierte Weinbau, reiste zu den besten Winzern der Welt. Und schließlich fand er die Lösung: ein Loosen-Riesling soll Boden, Klima und Rebe so authentisch wie nur möglich widerspiegeln.
Allerdings, so Ernie: "ein Wein wird nicht da beurteilt, wo er beginnt, sondern da wo er endet – im Glas!" Und da haben Ernies Weine längst gewonnen! Seit 1992 gehört das Weingut zum VDP (Verein deutscher Prädikatswinzer) und zählt heute zu den besten Adressen an der Mosel. Vielfach prämiert, könnte Ernie sich gut auf seinen Lorbeeren ausruhen: 2005 wurde er vom Decanter zum "Mann des Jahres" ausgerufen, 2007 kürte man ihn auf der "Wine and Spirit" zum "Besten Produzenten der letzten 25 Jahre". Das aber kommt für den dynamischen Winzer nicht in Frage: So leitet er neben verschiedenen Projekten nicht nur das Weingut Dr. Loosen in Bernkastel, sondern ist seit 1996 auch Eigentümer des großartigen Pfälzer Weingutes J.L. Wolf in Wachenheim. Auch an Château St. Michelle in Washington ist er beteiligt. Und verdreifachte dort in 5 Jahren den Rieslingabsatz! Gar nicht schlecht für einen Mann, der eigentlich Archäologe werden wollte...